Zum Hauptinhalt springen

Koproduktionen 2023

Ein rauschendes Fest mit Hexen, Blumen und Bakterien. Unsere Koproduktionen für das Jahr 2023 stehen fest!


Corona, Klimawandel und andere gesellschaftliche Umbrüche hinterlassen ihre Spuren auch in unserem LOFFT-Programm 2023. Die Künstler*innen unserer Koproduktionen wagen eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die von Krisen nur so geprägt ist, aber auch einen Blick nach vorn – utopisch, dystopisch, politisch. Wir treffen auf Hexen und Bakterien, berauschen uns kollektiv, kämpfen, werden schwerelos und melancholisch. Die Bandbreite an Themen verspricht, dass alle auf ihre Kosten kommen werden!

Das sind die acht ausgewählten Koproduktionen:

Die Soziale Fiktion (Leipzig)
IN ZUNGEN. HEX*EN, HAUFEN, KONSENS
(Performance)
Die Soziale Fiktion widmet sich IN ZUNGEN dem traditionellen Ritual des Hexenverbrennens und befragt dieses kritisch aus queer-feministischer Perspektive. Das Publikum trifft in einem arenaförmigen Theaterraum auf Performer*innen in Hex*en-Drag, tauscht in einem düster-sinnlichen Raum geflüsterte Flüche aus und stellt sich gemeinsam die Frage: Welches queer-feministische Ritual braucht die Zukunft?

Patricia Carolin Mai (Hamburg)
RAUSCH. EINE REVISION

(Tanz / Performance)
Die Choreografin Patricia Carolin Mai, die mit KONTROL bereits 2019 und mit UND SO KAMEN WIR ZUSAMMEN 2022 zuletzt im LOFFT Bühnenarbeiten realisierte, zelebriert 2023 den absoluten Exzess. In einer atmosphärischen Langzeitperformance untersucht sie das gemeinschaftsbildende Potential kollektiver Grenzerfahrungen und lässt im RAUSCH Menschen allen Alters, verschiedener Hintergründe und mit unterschiedlichen Körpern begegnen.

Yotam Peled & The Free Radicals (Berlin)
FISTS TO FLOWERS

(Tanz)
Wie viel Kunst und Choreografie steckt im Kampf? FISTS TO FLOWERS verwischt die Grenzen zwischen Spiel, Kampf und Tanz und lässt Tänzer*innen und Kämpfer*innen aufeinanderprallen. Bis zur Erschöpfung werden Energien im Raum ausgetauscht und die Stimmung aufgepeitscht. Der moderne Boxring wird zur Tanzfläche und lässt das Publikum die Verletzbarkeit und Freude der Performer*innen sinnlich erleben.

Panama Pictures (´s-Hertogenbosch)
TIPPING POINT oder DIE UNHEIMLICHKEIT DER DINGE

(Zeitgenössischer Zirkus / Tanz)
Ein halbkreisförmiges Objekt in der Mitte der Bühne, das Schutz bietet, aber durch seine Instabilität auch die Verletzlichkeit der Performer*innen offenbart. Ein Spiel mit dem Gleichgewicht, ein Kampf mit der Schwerkraft. Die niederländische Company Panama Pictures zeigt eine Welt in Scherben mit Überbleibseln dessen, was einmal war und offenbart ein sinnliches Zirkus-Tanz-Theater mit einer kraftvollen, spektakulären Bewegungssprache.

Hajusom (Hamburg)
BROKEN BRIDGES. EIN PREKÄRER ORT DER SEHNSUCHT

(Performance)
Hajusom eröffnen einen Ball und laden zum Tanz. Performer*innen aus Deutschland und westafrikanische Aktivist*innen sprechen von den eigenen Erfahrungen um Vertreibung und Migration und vom Erbe eines ruinösen Ortes im (post-)kolonialen, kapitalistischen System. Am Beispiel des Tango Negro untersuchen sie Neuanfang und Gemeinschaftsbildung. Am Ende steht die große, brisante Frage, wie die junge Generation aus den Ruinen unserer aktuell beschaffenen Welt neue Brücken schaffen und Gemeinschaft neu denken kann.

Eva Hintermaier & Simon Kalus (Leipzig)
HOLOBIONTINNEN

(Performance)
Sind wir nicht eigentlich alle kleine Ökosysteme? Danach fragen Hintermaier und Kalus in HOLOBIONTEN und betrachten den Menschen als Lebensraum für eine Vielzahl an Mikroorganismen. In einem immersiven Raum werden nicht nur Videoanimationen, Sound und Performer*innen eine große Rolle spielen, sondern auch Mikroben und Bakterien kommen mit auf die Bühne. Welche performativen Qualitäten haben Einzeller? Lassen sich naturwissenschaftliche und künstlerische Vorgänge verzahnen?

go plastic company (Dresden)
MELANCHOLIC MARATHON

(Tanz)
Lost in time, lost in space – haben wir uns nicht alle schon einmal verloren gefühlt? Die go plastic company widmet sich diesem Gefühl und seziert in ihrer Neuproduktion den Zustand der Melancholie. Videoarbeiten mit langsamen Farbwechseln und unendlichen Sternenhimmeln treffen auf den solistischen Tanz von Cindy Hammer. In entspannter Atmosphäre ist das Publikum dazu eingeladen, miteinander melancholisch zu sein und sich gemeinsam in Raum und Zeit zu verlieren.

Overhead Project (Köln)
BLUEPRINT

(Zeitgenössischer Zirkus)
Overhead Project begegnen mit frischer Neugier und körperlicher Lust der Virtuosität. Diese soll als Kommunikationsfertigkeit des Körpers verstanden und neu besetzt werden. Die Akrobat*innen sind dabei nicht nur kontrollierende Wesen, sondern gehen dabei komplizenhafte und lustvolle Verbindungen mit ihrer Umgebung und dem Publikum ein. Humorvolle Begegnungen evozieren ein Zelebrieren des Momentes.

LOFFT – DAS THEATER dankt dem Künstlerischen Beirat für die engagierte Arbeit bei der Auswahl der Koproduktionen:

  • Arne Linde (Galeristin, ASPN Galerie, Leipzig)

  • Anne Schneider (freie Regisseurin, bis 2021 Geschäftsführerin Bundesverband freie darstellende Künste, Berlin)

  • Thordis M. Meyer (Künstler*in und Musiker*in, Hamburg)

  • Michael Berninger (Unternehmer, Mäzen und Kulturbürger, Leipzig)

  • Steffen Georgi (Theaterkritiker und Autor, Leipzig)

  • Chiara Stohrer (Mitglied des Werkstattmacher e.V., Leipzig)

  • Anne-Cathrin Lessel und Maiko Miske (LOFFT – DAS THEATER, Leipzig)