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DIE KOPRODUKTIONEN 2026 STEHEN FEST!

Räume der Begegnung, Welten der Bewegung.

Im LOFFT steht 2026 der Körper im Mittelpunkt, er wird zum Träger von Erinnerung, Identität und Transformation. Zwischen Tanz, Performance, Zirkus und Musiktheater entstehen intensive Welten, in denen Publikum und Künstler*innen aufeinandertreffen.

Dabei werden queere, feministische und postkoloniale Perspektiven sichtbar, sie öffnen Räume für Reflexion, Poesie und sinnliche Erfahrungen. Dabei zeigt sich besonders gut, wofür das LOFFT steht: Vielfalt und Experiment werden gefeiert, Genregrenzen spielerisch überschritten.

Der Künstlerische Beirat, bestehend aus acht Personen, hat aus rund 150 Bewerbungen acht Produktionen ausgewählt:

Bouizedkane / Brütting / Konaté / Lipeb (Leipzig)
In Zusammenarbeit mit Shirin Eghtessadi, Elisabeth Yupanqui- Werner und Raha Emami Khansari.
RAGE AND SEX – EAT ME RAW (Performance)
Inspiriert von Mythen und queeren Körpergeschichten öffnet diese Performance einen Raum, in dem patriarchale Zensur zerbricht und verdrängte Kräfte zurückkehren – roh, ungezähmt und heilig. Fünf Performer*innen verkörpern archetypische Zustände zwischen Wut, Lust und Erinnerung. Nach dem Erfolgsstück CRACKS IN TIME AND THE APPEARANCE OF NEW GOD*ESSES kehrt das Team um Aisha Konaté für seine zweite Produktion zurück ans LOFFT.

Felix Baumann / Von B bis Z (Berlin)
BAU HOW (Zirkus)
Die Baustelle wird zum Spielplatz: Werkzeuge, Bauteile und alltägliche Gesten werden entwendet, choreografiert und zu poetischen, absurden Bildern auf der Bühne transformiert. Zwischen tänzerischen Interaktionen, zirzensischen Stunts und humorvollen Momenten entstehen neue Perspektiven auf Arbeit, Architektur und Material. Das flexible Bühnenbild vereint Bau, Zirkus und Bildende Kunst und eröffnet überraschende Einblicke.

go plastic company (Dresden)
TUNE BACK (TIME) (Tanz)
Fünf Performer*innen verwandeln ihre Rücken in Leinwände für Erinnerung, Haltung und Identität. Klang, Bild und Bewegung fließen in Collagen aus Werbespots, Internetarchiven und Musik. Glitches und digitale Artefakte werden zu poetischen Momenten zwischen Retrogefühl und Zukunftssehnsucht. Licht, Kostüm und Projektionen flackern wie ein analoger Retrofilter. Die Audiodeskription ist Teil der künstlerischen Ebene, die Erinnerungen, Ironie und Sehnsucht gleichzeitig spürbar macht.

Loneflight Theater (Darmstadt)
SAUDADES – MIT DEM FAHRRAD NACH BRASILIEN (Zirkus)
Eine poetische Reise zwischen zwei Heimaten – Brasilien und Deutschland – und dem Gefühl des Dazwischen-Seins, im Portugiesischen bezeichnet als „saudade“. Schauspiel, Erzählung und Luftartistik verweben sich zu einem sinnlichen Geflecht und teilen Stimmen von Geflüchteten und Migrant*innen. Ein schwebendes Fahrrad symbolisiert Balance, Schwanken und Loslassen. Licht und Sound öffnen Weite und formen einen atmosphärischen Raum, in dem Sehnsucht und Heimweh fühlbar sind.

Ruth Kemna (Berlin)
Mit Rodolfo Piazza Pfitscher da Silva, Huguette Tolinga, Augustin Groz und Simone Mannino.
IM PALMENHAUS (Musiktheater / Tanz)
Ein imaginäres Glashaus, in dem Pflanzen, Klänge und Geschichten aufleben. Drei Performer*innen verwandeln Bühne und Raum in einen sinnlichen Parcours: Musik, Tanz, Sprache und Projektionen verschmelzen mit Regenwaldgeräuschen, während Licht die Magie spürbar macht. Texte in Deutsch, Lingala, Englisch, Spanisch und Latein verhandeln Identität, Namensgebung und koloniale Machtstrukturen. Zwischen gefällten Palmen, kuriosen Mülleimern und kolonialen Spuren entfaltet sich ein poetisches Spiel über Wissen, Erinnerung und Natur.

Schatz & Schande (Leipzig)
SPLIT / FUSE / REPEAT (Performance / Musiktheater)
Klang, Staub und Licht explodieren aus Leipzigs Geschichte: Vom Atom zur „nuclear family“, vom Tagebau ins Unbewusste. Kabel wuchern, Uranmaschinen summen, Tropfen fallen, Wachs schmilzt, Geigerzähler ticken. Die installative Musiktheater-Performance verbindet Vergangenheit und Zukunft zu einer funkelnden Collage aus Musik, Texten und Bildern. Performer*innen forschen spielerisch zwischen Endlager und Zukunftslabor.

Vöcks de Schwindt (Berlin)
DEAR QUEERS (Musiktheater / Performance)
Unter einer Zeltkuppel aus weißer Fallschirmseide betreten die Zuschauer*innen eine Welt aus Kissen, Decken und Matratzen. Sechs Performer*innen servieren Tee, greifen zur Laute und stimmen zarte Renaissancemusik an. Poetische, spielerische Momente entfalten die Träume queerer historischer Persönlichkeiten – ein Liebesbrief an das queere Leben zwischen Liedern, zärtlicher Körperlichkeit und improvisierten Ritualen.

Yolanda Morales (Hamburg)
THE WORLD SHIP (Tanz)
Das Theater wird zum gemeinsamen Schiff: Tänzer*innen und Publikum gestalten zusammen ein großes Ganzes aus Körpern, Bewegungen, Klängen und Gesang. Die Choreografie verbindet das Arbeitsleben auf Schiffen mit indigener Science Fiction und dekolonialer Ökologie. Erinnerung an Gewalt und Flucht verwandelt sich in sinnliche Momente von Koexistenz und Wohlgefühl. Ein ausgedehntes, spielerisches Erlebnis, das zum Mitgehen, Spüren, Tanzen und Zukunfts-Imaginieren einlädt.

 

Wir danken dem Künstlerischen Beirat für die engagierte Arbeit bei der Auswahl der Koproduktionen:

Letizia Rivera (Creative Producer, Nachwuchsexpertin, Mitglied des Werkstattmacher e.V.)

Steffen Georgi (Journalist, Kritiker, Autor)

Matthias Huber (Dramaturg, Regisseur, Autor für Audiodeskription, LOFFT-Vorstand)

Dan Thy Nguyen (Festivalleiter, Performer, Autor)

Felizitas Stilleke (freie Dramaturgin, Kuratorin)

Silvia Werner (Netzwerkdirektorin FESTIVALFRIENDS)

Anne-Cathrin Lessel (Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin LOFFT – DAS THEATER)

Maiko Miske (Programm- und Produktionsleiter LOFFT – DAS THEATER)


Foto: go plastic company MELANCHOLIC MARATHON (Koproduktion 2023) © Jana Mila Lippitz / Bearbeitung LOFFT – DAS THEATER