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Statement zum Abbruch des Projektes Theaterzentrum

27.05.2014

Das LOFFT zum Abbruch des Projektes Theaterzentrum

Wie uns am 22.05.2014 in einem Gespräch im Kulturdezernat mitgeteilt wurde, sind die Bürgermeister der Stadt Leipzig aufgrund einer Vorlage des Kulturdezernates zum möglichen Standort Josephkonsum zu der Auffassung gelangt, dass das Projekt Theaterzentrum im Leipziger Westen derzeit nicht finanzierbar ist. Das Kulturdezernat will daher das gesamte Projekt nicht weiter verfolgen und favorisiert jetzt einen Einzelstandort für das LOFFT.

Wir sind über diese Entscheidung zutiefst enttäuscht, denn wir haben seit 2011 kontinuierlich an diesem Projekt gearbeitet, nach dem uns das Kulturdezernat mehrfach dazu aufgefordert hatte. Intensive Workshops der beteiligten Häuser (LOFFT, LTT, Schaubühne und Westflügel), zahlreiche Ortsbegehungen und Planungsrunden fanden statt, architektonische und wirtschaftliche Konzepte wurden entwickelt. Diese Arbeit und der finanzielle Aufwand seitens der Häuser und Investoren waren damit umsonst.

Es wird nun Aufgabe des neu gewählten Stadtrates sein, seinen Beschluss RBV-1791/13 zu überprüfen, der die Umsetzung des Theaterzentrums bis 2017 vorsieht. Zuerst müssen die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen für das LOFFT langfristig gesichert werden. Der Abbruch des Projektes darf die jahrzehntelang positiv entwickelte Arbeit am bisherigen Standort Lindenauer Markt nicht beeinträchtigen.

Das LOFFT befindet sich von allen bisherigen Partnern in der schwierigsten Lage. Der Mietvertrag im Theaterhaus am Lindenauer Markt endet am 31.12.2014. Die derzeit vom Theater der Jungen Welt geforderten Konditionen für eine Verlängerung – vier Monate dürfte das LOFFT die Räume nicht nutzen, die Verlängerung soll nur ein Jahr laufen, eine deutliche Mieterhöhung (derzeit 42.900 Euro warm) wird verlangt - bedeuten das künstlerische und finanzielle Aus für das LOFFT. Betroffen davon ist die freie Tanz- und Theaterszene in Leipzig, Sachsen sowie unzählige aus Deutschland und Europa kommende Künstler, die im LOFFT eine offene, professionell arbeitende Plattform für ihre Produktionen und ein hoch interessiertes Publikum finden. Allein im Jahr 2013 sind 449 Künstler aus 12 Ländern in unserem Haus aufgetreten. Nur im LOFFT findet das Publikum ein so vielfältiges und hochkarätiges Programm aus zeitgenössischem Tanz, Theater und Performancekunst. Dies darf Leipzig nicht verloren gehen! Die Standortfrage muss von der Kulturpolitik gelöst werden. Es darf nicht sein, dass LOFFT und Theater der Jungen Welt mit ihren Problemen allein gelassen werden.

Angesichts der aktuellen Situation müssen wir uns nun auf die mehrjährige Verlängerung unseres Mietvertrages mit dem Theater der Jungen Welt konzentrieren. Nur mit sicheren und fairen Bedingungen für unsere Arbeit können wir über neue Standorte nachdenken und ein langfristig tragfähiges Konzept für einen solchen Standort entwickeln.

Das LOFFT ist das renommierteste Haus in freier Trägerschaft dieser Größenordnung im gesamten Osten Deutschlands. Verbesserungspotential besteht dennoch hinsichtlich der Probenräume und der baulichen Struktur. Diese Verbesserungen wollten wir mit dem Theaterzentrum erreichen. Dieses Ziel muss auch die Diskussion über einen alternativen Einzelstandort leiten. Zudem sehen wir das Potential, mehrere Proberäume für die Leipziger Szene mit anzubieten. Beides kann aber nur gelingen, wenn dem LOFFT am bisherigen Standort genügend Zeit und Sicherheit eingeräumt wird, um ein letztes Mal Kraft zu schöpfen und einen neuen Anlauf für einen Theaterneubau zu wagen.

Der Vorstand und die künstlerische Leitung

 

Fotos: Cordula Giehse, Peter Frey