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Theater
DIESER ANDERE
Eine Auseinandersetzung mit dem Doppelgänger Eurythmie Theater - Studio B7

Eurythmie-Theater-Programm mit Texten von Hans Erich Nossack, Conrad Ferdinand Meyer,
Annette von Droste-Hülshoff, Patrick Maier und Arto Melleri. Musik von Ernst Křenek, Franz Schubert und eine Uraufführung von Knut Müller, Leipzig

Der Doppelgänger:  eine Figur aus Geschichten und Gedichten, ein Thema der psychologischen Forschung, der philosophischen Erkenntnis und – vielleicht? – der persönlichen Erfahrung. Studio B7, vor einem halben Jahr in Apolda gegründet, setzt sich im ersten großen Eurythmietheaterprogramm mit diesem Motiv auseinander. Eurythmie, Schauspiel und Musik werden dabei als sich ergänzende künstlerische Mittel genutzt.

Das Studioteam hat die verschiedenen Schichten des menschlichen Doppelgängers bewegungsmäßig erkundet. Welche Ebene soll anschaubar werden? Wer oder was spricht sich aus? Ein spannender Prozess, der in den einzelnen Texten und auch in der Musik jeweils ganz unterschiedlichen Ausdruck findet.

Hans Erich Nossack (1901-1977), in Deutschland wenig bekannt, in Frankreich hochgeschätzt, beschreibt in einer – vielleicht sogar autobiografischen – Erzählung die Geschichte seiner Annäherung an „diesen Anderen“, der oft dicht hinter ihm steht, immer mit einer kleinen Pause reagiert, und sogar in den Augen der Anderen entdeckt werden kann. „Dieser Andere“ ist von veränderlicher Größe – aber ist er auch da, wenn der Autor sich seiner nicht bewusst ist? Nossacks Beschreibungen sind sezierend genau in der inneren Beobachtung, und es erstaunt immer wieder, welche Schattierungen er benennen kann, und wie sicher er auch über die Grenzen des Sinnlichen hinaus gehende Erlebnisse in klar formulierte Gedanken bringt – vielleicht bringen muss, um nicht die Fassung zu verlieren.

Andere Aspekte einer doppelgängerhaften Gestalt, die vielleicht den eigenen Namen trägt, aus dem Spiegel tritt oder als Schatten auch behütende Funktion haben kann,
finden sich in Texten von Patrick Maier, Conrad Ferdinand Meyer („Begegnung“ als absoluter Klassiker zum Thema), Annette von Droste-Hülshoff und dem finnischen Dichter und Rockpoeten Arto Melleri.

Im Bewegungsrepertoire der Eurythmie können neben dem klassischen Sichtbarmachen von Sprache und Musik feinste innere Schattierungen zum Beispiel durch Veränderungen in der Haltung von Kopf und Fuß zum Ausdruck gebracht werden. Zwischen raumgreifender Formgebung und minimalistischem Bewegungsgestus spannt sich der Gestaltungsbogen, den Dorothea Maier und Ulrike Wendt dem Abend geben.

Zu ihnen gesellt sich der Berliner Schauspieler Richard Schnell, der sowohl die Gestalt des Nossackschen Erzählers verkörpert als auch die lyrischen Texte sprachlich gestaltet.

Als besonderes Highlight steht auch eine Uraufführung des Leipziger Komponisten Knut Müller auf dem Programm, der das Thema „Doppelgänger“ in eine klingende Variante übersetzt. In seinem gleichnamigen Stück für Klarinette und Violoncello arbeitet er mit dynamisch an- und abschwellender Tongebung in der Cellostimme und der starken Polarität von Blas-und Streichinstrument.

19 Uhr Prolog im Foyer: Wer bist du? – Etwas über den Doppelgänger  

 

MIT Dorothea Maier, Ulrike Wendt SCHAUSPIEL Richard Schell MUSIK Peter Sarkar (Violoncello), Anja Starke (Klarinette), LICHTDESIGN Peter Jackson (Prometheus Lighting)

 

LOFFT, Saal - 28.06.2012 , 20:00 Uhr - Preiskategorie G