Der legendäre Tomatenwurf von Sigrid Rüger löste 1968 die zweite Welle der Frauenbewegung aus. Doch wie weit flog die Tomate wirklich? fragt sich die Fräulein Wunder AG und begibt sich auf eine skurrile Zeitreise durch die Geschichte des Feminismus: Vorbei an Blaustrümpfen und Suffragetten zu BH-Verbrennungen und Masturbationskreisen, zurück zu Eva und der Frucht der Erkenntnis. Von den Demonstrationen gegen den Paragraph 218 zu Ursula von der Leyens Erziehungspolitik, zurück zu Valerie Solanas Männervernichtungsphantasien und Alice Schwarzers PorNo!- Kampagne. Doch weder mit Judith Butlers „Gender Trouble“ noch Charlotte Roches Feuchtgebietsforschung kann die Geschichte zu Ende erzählt werden, denn die Frage: Wie gleichberechtigt leben, arbeiten und lieben? bleibt ein Zukunftsprojekt. Die Fräulein Wunder AG transformiert in ihren Performances Wissensvermittlung und dokumentarische Sozialstudie in unterhaltsame, filmische und theatralische Bilder und Aktionen, die den Anspruch haben intelligente Popkultur zu sein. Nach städtischer Wunscherfüllung („Pimp my Town“, 2006/07) und einem theatralen Rausch-Roadmovie („Satisfaction“, eingeladen zum Freischwimmer-Festival 2008) aktiviert das sechsköpfige Künstler_innenkollektiv in ihrer neuen Theater-Performance das kollektive Gedächtnis des Feminismus. Für noch mehr Spaß und aktive Teilhabe: bitte eine Tomate mitbringen!
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